Kaufhaus Lendle

Seeehr genialer Bericht über uns! DANKE

Vielen Dank für den wirklich schönen Bericht.
Natürlich ein grooooßes Dankeschön an Inken Paletta

Könnte auch heißen vom Vince Indianer zur Bembel Mafia.

Quelle:
Wiesbadener Tagblatt
Wiesbadener Kurier
VorOrt





Bericht von Inken Paletta

IGSTADT -

Im Kaufhaus Lendle dreht sich alles um Äppelwoi und um original casual Streetwear made in Hessen. Der Inhaber Heiko Lendle ist in Igstadt aufgewachsen und im Ländchen bekannt, wie ein Popstar. Nur dass er nicht singt, sondern T-Shirts designt und auch selbst bedruckt.

„Angefangen hat alles 1987 mit Fashion Lendle im Partykeller meiner Eltern und einem Startkapital von 2000 D-Mark, das ich mir unter anderem mit dem Verkauf von Musiktapes verdient habe“, verrät Heiko Lendle. Als 15-Jähriger habe er für das Partyteam der Pfarrdisco, zu dem er gehörte, Platten aufgelegt und mitorganisiert und so kam er auf die Idee, lustige Party-T-Shirts zu verkaufen. „Schließlich wollte mein schicker Commodore B Coupé, ein Opel, auch finanziert werden“, sagt Lendle und grinst. Mit seinen „Vince Shirts“ eroberte er Modemessen wie die Interjeans in Köln und auch seine „Benziner Clubwear“ wurde zum Kassenschlager, denn Dieselshirts waren in den 80er Jahren in der Technoclub-Szene heiß begehrt.

 Das Hessische liegt ihm am Herzen

„Ich habe schon immer ein Händchen für Trends gehabt“, sagt Lendle. „Und so habe ich, anstatt mein Maschinenbaustudium abzuschließen, lieber mein Hobby zum Beruf gemacht und in Wiesbaden meine Läden Vinceman, Benziner und B-Movie eröffnet“, sagt der gelernte Maschinenschlosser und lacht. Schnell sprach es sich in der Wiesbadener Clubszene und auch darüber hinaus herum, dass er coole Shirts designte, und so zählten bald bekannte Techno DJs wie Andy Düx, Udo Niebergall und Michael Althen zu seinen Kunden. Irgendwann stand zufällig auch Lothar Pohl von der Wiesbadener Deutschrock-Band „The Crackers“ in seinem Laden, für die er dann ab den 90er Jahren quasi alle Shirts druckte und für die er Konzerte für bis zu 1500 Leute organisierte.

Als der Hype mit der Clubwear einbrach, schloss Lendle seine Läden kurzerhand und gründete die Agentur für visuelle Kommunikation HLT. Seit 2009 befinden sich Büro sowie das Kaufhaus Lendle in Igstadt in der Bornstraße 1, wo er seit drei Jahren parallel zu seinem Onlineshop Streetwear mit hessischen Sprüchen und Motiven verkauft. „Ich lege viel Wert auf unsere hessische Tradition und Sprache“, sagt Lendle. Im Sortiment gibt es deshalb T-Shirts mit Wappen und Ortsnamen der umliegenden Orte wie Ised, Norsched, Hieloch, Bregem und Delgem sowie Shirts und Kapuzenpullis der Bembel Mafia mit hessischen Worten und Sprüchen wie „Guuude“, „Handkäs mit Mussig“ und „One Ebbler a day keeps the Doscht away“, mit denen jeder Hesse seine Heimatliebe ausdrücken könne.

Auf vielen Festen ist der kreative Kopf, den die Leute im Ländchen auch „di Easter“ (der aus Igstadt) nennen und der auch Mitgründer des lokalen Portals dieaster.de sowie des „CityGuide Wiesbaden“ ist, auf vielen Festen wie den Golden Oldies in Wettberg und dem Hochheimer Markt mit von der Partie, wo er neben seinen Shirts auch Apfelwein verkauft. Dieses Jahr geht es sogar auf den Hessentag nach Korbach.

Erinnerung an die Disco in der Pfarrscheune

„Unser neuestes Shirt in der Bembel-Mafia-Kollektion ist eins mit Wiesbadenschriftzug und zeigt einen Beamten mit Aktentasche“, sagt Lendle. „Eine kleine Anspielung auf den Spitznamen „Spießbaden“, den die Stadt seiner Meinung nach nicht zu Unrecht trage. In den 80er Jahren, als er die Technopartys mitorganisiert habe, sei einfach viel mehr los gewesen. Doch schon damals sei es schwierig gewesen, die Stadt von Ideen zu überzeugen. „Ein Bonanzaradrennen, das ich auf dem Dernschen Gelände veranstalten wollte, und über das sogar RTL II berichtet hätte, lehnte die Stadt beispielsweise ab“, bedauert Lendle bis heute. Auch in Igstadt werde bis auf das Scheunentheater oder das Boulespielen nicht mehr viel geboten, vor allem nicht für junge Leute. Als es noch die Disco in der Pfarrscheune gab, die er seit 1980 mit dem Jugendring 25 Jahre lang organisierte, war das anders. „Das war dreimal im Jahr eine Mordsgaudi“, meint Lendle. Leider sei der Pachtvertrag für die Pfarrscheune 2003 nicht verlängert worden und einen anderen Saal gäbe es in Igstadt nicht.

Zum 30-jährigen Jubiläum von Fashion Lendle, das sich mit dem 50-jährigen Firmenjubiläum der Schankanlagenfirma „Helmut Lendle Schankanlagen“ seines Vaters kreuzt, die er seit Jahren in Andenken an ihn weiterführt und der im Ort ebenso beliebt war wie Lendle heute, soll am 14. April eine „Back to the Roots“-Discoparty im Delkenheimer Bürgerhaus steigen. Da wird auch wieder richtig viel Dialekt gebabbelt. „Die Leute sind stolz, Platt zu sprechen. Wir stehen zu unseren Traditionen und wir lieben den Äppelwoi“, meint Lendle, der bei der Apfelernte genauso viel Spaß hat wie beim Picheln mit den Kameraden des Keltervereins, den er 2012 mit Bernd Bücher gründete. Auch sein Shop ist das ganze Jahr über Treffpunkt für so manchen Fan des hellen Stöffche. „Wir haben ein 800-Liter-Fass im Keller. Bei gutem Wetter wird der Ebbler natürlich draußen in der Sonne genossen“, sagt Lendle. „Wer also Lust verspürt, schön bei uns vorm Lade zu sitze un mit uns aans, zwaa Ebbler zu tringe, natürlisch orischinaal gezappd ausm Wandfässje, der kann gerne vorbeikomme.“

 

 

http://www.wiesbadener-tagblatt.de/lokales/wiesbaden/stadtteile-wiesbaden/igstadt/heiko-lendle-aus-igstadt-feiert-30-jahre-fashion-lendle-mit-einer-disco-party_18636185.htm

http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/stadtteile-wiesbaden/igstadt/heiko-lendle-aus-igstadt-feiert-30-jahre-fashion-lendle-mit-einer-disco-party_18636185.htm